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Wie kommt der Krieg ins Kind

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2018

Schwer vorstellbar, wie ein literarisches Werk dieser Tage tiefer in das Herz der Gegenwartsdebatten vordringen sollte als dieses.
Felix Stephan, Süddeutsche Zeitung

Ein beeindruckendes Buch.
Anja Kümmel, ZEIT Online

Ein sehr persönliches Buch, gleichwohl ein ungemein lehrreiches und politisch brisantes.
Melanie Weidemüller, Deutschlandfunk Büchermarkt

Klug und atmosphärisch dicht.
Shelly Kupferberg, Deutschlandfunk Kultur Lesart

Eine literarisch hoch interessante, sehr persönliche Auseinandersetzung mit Zeit- und Familiengeschichte.
Tilla Fuchs, Saarländischer Rundfunk

Großartig, klug, schlicht ergreifend und unbedingt lesenswert!
Oliver Fründt, buechergilde-frankfurt.de

Klaus Mann: The Chaplain /
Il Cappellano

Es ist fast völlig unbekannt, dass Thomas Manns ältester Sohn Klaus, der Autor des verfemten Romans Mephisto, an der Entstehung von Roberto Rossellinis neoveristischem Klassiker Paisà (1946) sehr aktiv beteiligt war. Paisà schildert in sechs Episoden die Befreiung Italiens 1943 bis 1945 von Faschismus und Nationalsozialismus durch die alliierten Streitkräfte – sowie die schon damals daraus resultierenden menschlichen „Kollateralschäden“. Um Hitler zu bekämpfen, war Klaus Mann freiwillig der US-Army beigetreten. Der „Schriftsteller in Uniform“ hatte das gespaltene, in Blut getränkte Land während des Italienfeldzugs kennengelernt – als Angehöriger der Psyological Warfare Branch, der Abteilung für psychologische Kriegsführung, zeitweise unmittelbar an der Front.
Klaus Manns detailliert ausgearbeitetes Drehbuch um einen pazifistischen Militärgeistlichen und einen jungen Faschisten wurde nie gedreht, aus Gründen, die wiederum eine spannenende Geschichte ergeben. Der ergreifende Text, im amerikanischen Original „The Chaplain“ betitelt, gilt als Klaus Manns letztes abgeschlossenes Werk, ehe der Schriftsteller seinem Leben – als eine finale politische Botschaft für den Weltfrieden – 1949 ein Ende setzte.

Den noch ungedrehten Film nach Italien zu bringen, an den Futa Pass im nördlichen Apennin zwischen Florenz und Bologna, wo die Tragödie Weihnachten 1944 gespielt hatte, war, gemeinsam mit dem Klaus-Mann-Biograph Fredric Kroll, mein lange gehegter Wunsch.
Erlaubt der überwältigende, überregionale Erfolg des „Cappellano“ in Italien den Rückschluss, dass Klaus Manns Text noch heute – oder wieder – den Nerv einer gespaltenen Bevölkerung „zwischen den Fronten“ trifft?
Erstmalige Übersetzung des Drehbuchs ins Italienische
herausgegeben und kommentiert von Alberto Gualandi und Pier Giorgio Ardeni
mit Beiträgen von Fredric Kroll, Susanne Fritz und Lorenzo Bonosi.

Edizioni Pendragon, Bologna 2018
Pressestimmen: http://www.pendragon.it