HOEREN & SEHEN2018-07-25T10:58:50+00:00

Luisa spielt Klavier

(Audio-CD)

Eine musikalische Geschichte – gelesen und mit eigenen Kompositionen am Klavier eingespielt von Susanne Fritz

Kurzbeschreibung
„Luisa spielt Klavier ist die Geschichte einer großen Sehnsucht, von Wunsch und Wirklichkeit, Traum und Erwachen – und von der möglichen Fortsetzung des Traums – in der Kunst …“ steht am Beginn der Geschichte eines alten Klaviers, das vorübergehend stumm ist, und der zehnjährigen Luisa, die sich nicht gedulden kann, ihre Musik im Kopf endlich herauszulassen. Ihr erstes Konzert vor ihren Mitschülern gerät zum Debakel …

Musik öffnet Räume: Sehnsucht, Wut, Schönheit, Melancholie, Aufbruch, Witz – mit der Klaviermusik kann ich noch einmal andere Seiten / Saiten berühren und zum Ausdruck bringen, als mit der Wortsprache allein – hier erstmalig öffentlich vorgestellt.

Geschichte der Geschichte
Als Kind habe ich meine Träume, ob faszinierend oder beängstigend, für wahr gehalten und mich zäh gegen alle möglichen Ernüchterungen und Belehrungen gewehrt. Ähnlich Luisa, die davon träumt, Pianistin zu sein.
In der Schule gibt sie ein Konzert, obwohl sie gar nicht richtig Klavier spielen kann, wie man es unter ordentlich musizieren gewöhnlich versteht. Nachdem sie wochenlang auf ihrem stummen Klavier geprobt hat, will sie ihre Musik endlich hören. Und so spielt sie auf dem großen Schulflügel voller Hingabe – beseelt, begeistert und freudig überrascht von sämtlichen akustischen Möglichkeiten des großen, raumgreifenden Instruments. Dass da nach Meinung ihrer Zuhörer etwas völlig schief läuft und in deren Ohren allzu befremdlich klingt, nimmt sie erst wahr, als Lehrer und Mitschüler es ihr schmerzhaft beibringen und ihrer Vorstellung ein jähes Ende setzen.

Ein entsetzliches Missverständnis? Eine notwendige Lektion Wirklichkeit? Eine pädagogische Entgleisung?

Eine Hommage
Als Künstler sind wir Hochstapler: wir wagen Dinge, deren Folgen wir nicht vorausahnen, deren Risiken wir nicht immer tragen und deren bleibenden Wert wir nicht garantieren können. So ist „Luisa spielt Klavier“ auch eine künstlerische Schlüsselgeschichte und eine unbedingte Hommage an den menschlichen und künstlerischen Mut, der uns in unverhoffte Gefilde leiten mag!

Zur Musik
Die auf der CD versammelten musikalischen Miniaturen sind zunächst unabhängig vom Text entstanden. Fürs Hörbuch haben Philipp Moehrke und ich sie aus meinem Repertoire ausgesucht, in die passende Form gebracht, im Schlossbergsaal des SWR-Studios Freiburg auf einem wunderbaren Steinway-Konzertflügel an zwei Tagen aufgenommen und anschließend in Philipps Studio mit der Textaufnahme subtil gemischt.

Meine musikalischen Themen entstehen beim Rausschauen aus dem Fenster, in Gedanken an Menschen (Sehnsucht!) und aus ganz persönlichen Stimmungslagen. Inspiration finde ich auf Konzerten vielerlei Stilrichtungen, in Jazz und Klassik, im Impressionismus und in der Minimal Music, bei Hans Otte, Eric Satie, Arvo Pärt, bei kreativen Pianisten wie den Meistern Chick Corea, Keith Jarrett, Aki Takase, Michel Wollny und vielen anderen, deren Spiel mich begeistert und berührt. Selbst bin ich ganz am Anfang. Freunde nennen mein Spiel „wild melancholisch“ oder „energisch verträumt“. Also immer schön Gegensätze verschmolzen – einverstanden!

„Ein Kind spielt. Es taucht ab in seine Welt, erfindet Regeln, durchaus strenge. Und es taucht auf, wünscht sich Aufmerksamkeit, Anerkennung für sein Abenteuer; es sucht ein Publikum, sein Publikum. Es will wahrgenommen werden, Eindruck machen, begeistern. Es will verführen, überraschen, überzeugen. Es sehnt sich danach, etwas zu tun, das keiner ihm zutraut. Und das Kind träumt: zaubern, die Welt um sich herum schillernder machen, heller, schöner. Es will lachen, frei sein, lachen und frei sein zusammen mit anderen. Es ist heftig, leidenschaftlich, zornig, und will es zeigen. Es ist traurig und sucht einen Weg hinaus. Es ist voll Angst, braucht Schutz, Trost, Liebe. Es sucht einen Schlüssel, einen Zauberstab, ein Instrument …“

Luisa spielt Klavier als Lesung mit Musik
Für ein Publikum ab 8 Jahren.
Als Solo oder zusammen mit der Schauspielerin Renate Obermaier.
Wenn kein Tasteninstrument vorhanden ist, bringe ich mein E-Piano mit.

Als Beilage in: Kaltenherberg – Geschichten auf der Schwelle

248 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag und mit einer CD „Luisa spielt Klavier“, geschrieben, gelesen, komponiert und eingespielt von Susanne Fritz, produziert von Philipp Moehrke
€ [D] 22,00
ISBN 978-3-86351-040-4

Die CD ist einzeln erhältlich für € 12.- (bestellbar über die Autorin)
Teil 1: Das Hörbuch, Teil 2: Die Musik (Gesamtlauflänge 58 Min.)

Heimat ist eine Sehnsucht, die…

Ein zeitgenössisches Literaturkonzert

Irgendwo in Baden-Württemberg: Namhafte Autoren und Autorinnen schildern, was sie hier schätzen oder nur schwer ertragen können, geraten ins Schwärmen, werden bitter böse oder beides zugleich. Heimat und Heimatlosigkeit, Zugehörigkeit und Fremdheit spiegeln sich in starken Texten der vergangenen sechzig Jahre bis heute – poetisch, satirisch, provokativ und dokumentarisch. Von Marie Luise Kaschnitz’ „Beschreibungen eines Dorfes“ über die kritische Heimatliebe Martin Walsers und Arnold Stadlers und den großen, früh verstorbenen Schwarzwälder Thomas Strittmatter zu in Freiburg lebenden AutorInnen wie dem Schwaben Karl-Heinz Ott und der Chinesin Jun Lin, dreht sich das Wörter-Kaleidoskop, durch das wir einen immer neuen, eigenwilligen Blick auf eine Gegend werfen, die wir längst zu kennen glauben – und auf ihre Menschen, für die Natur und schöne Landschaft nicht alles sind, um glücklich zu sein.

Texte, vertont – Musik, gesprochen: Im Dialog mit fragilen wie spannungsvollen, ungestümen Partituren aus sechs Jahrzehnten entsteht eine atmosphärisch dichte Meditation über den Heimatbegriff, dessen Grenzen und Fragwürdigkeit. Zeitgenössische Kompositionen von Salvatore Sciarrino und Klaus A. Huber, der „Baden-Württemberger“ Helmut Lachenmann, Wolfgang Rihm u.a., sowie eigens für dieses Projekt entstandene Vertonungen von Oliver Frick und Johannes Caspar Walter kommen zur Aufführung.

Idee und Textcollage: Susanne Fritz
Musikalische Konzeption und Collage: ensemble cross.art, Stuttgart
Aufführende: Céline Papion (Violoncello), Junko Yamamoto (Klavier)
Susanne Fritz (Sprecherin), Michel Speer (Sprecher)
Uraufführung: 19. Juli 2012 im E-Werk, Freiburg

Geschichte der Geschichte
Junko Yamamoto vom ensemble cross.art fragte mich, ob ich Interesse hätte an einem gemeinsamen Projekt. Konkreten Anlass bot das zweijährige Festival „Literatursommer Baden-Württemberg“, das zum Landesjubiläum 2012 unter dem Motto „Sechzig Jahre Literatur in Baden-Württemberg“ stand.
Und so begann eine vielschichtige und überraschende Reise in Musik und Literatur, lange Gespräche, viel gemeinsames Ausprobieren und Erfahrungen Sammeln, wie sich die einzelnen Elemente gegenseitig beeinflussen, steigern oder womöglich ausschließen. Mit Michael Speer konnten wir einen exzellenten und musikalisch versierten Sprecher gewinnen. Das Resultat überzeugte unser Publikum vollauf, worüber wir stolz und vor allem glücklich sin.
Wir danken unseren Veranstaltern und der BW-Stiftung für die Unterstützung!

Musik und Sprache
Schreibtisch und Bühne, allgemein und insbesondere: Die Verbindung von Sprache und Musik ist für mich eine große Lust, Herausforderung und – Aufgabe! So arbeite ich seit Jahren als Texterin und Rezitatorin wiederholt mit versierten Musikern und Formationen für Neue Musik zusammen, etwa mit dem ensemble recherche, Freiburg („Das kalte Herz“) und dem ensemble cross.art, Stuttgart („Heimat ist eine Sehnsucht“). Ein Text als Partitur, als originäres Hörerlebnis, als so intensives wie flüchtiges Erleben in Zeit und Raum, im Wechsel- und Zusammenspiel mit life gespielter Musik – unterbricht, ergänzt und bereichert meine allzu buchstäbliche Arbeit am Schreibtisch.

Susanne Fritz im Gespräch mit Bettina Schulte, Badische Zeitung

Konzert-Buchungen, weitere Projekte und Informationen unter:
www.ensemblecrossart.com

Das kalte Herz

Ein zeitgenössisch-romantisches Märchen mit Musik nach Wilhelm Hauff

UA: Juni 2006 im Stubenhaus, Staufen;
ensemble recherche, Freiburg
Komposition: Cornelius Schwehr nach Robert Schumann
Text: Susanne Fritz nach Wilhelm Hauff
Sprecher: Rudolph Guckelsberger, Susanne Fritz

Kurzbeschreibung
Es war einmal im Schwarzwald. Peter Munk ist tief unglücklich. Allen geht es besser als ihm, dem armen, jungen Köhler. Alle haben Geld, genießen Ansehen und ein leichtes, schönes Leben. Davon kann Munk nur träumen… bis ihm das Glasmännchen zu seinem Glück verhilft. Doch Geld und Glashütte sind schnell verspielt, Munk versteht nichts vom Geschäft und liebt das Vergnügen. Vollkommen pleite und verzweifelter denn je, willig er in einen Pakt mit dem Holländer-Michel ein. Für seine zweite Chance opfert er sein Herz. Alles kann Munk sich jetzt kaufen, doch nichts kann ihn mehr rühren. In einem Wutanfall erschlägt er seine warmherzige Frau Lisbeth. Die Angst vor dem eigenen Tod packt ihn, Peter will seine Seele zurück, um jeden Preis…

„Das kalte Herz“ ist eins der berühmtesten Märchen des in Stuttgart geborenen und mit nur 25 Jahren jung verstorbenen Dichters und Romanciers Wilhelm Hauff (1802-1827).
Schon allein der Titel weckt bei vielen Menschen Kindheitserinnerungen, häufig verbunden mit Gruseln und Schauer: ein besonders dunkler und unheimlicher Wald kommt einem in den Sinn – und seine Geister: das Glasmännchen, das Sonntagskindern Wünsche erfüllt und der gewaltige Holländer-Michel, der dem zu Reichtum verhilft, der ihm sein Herz gegen einen Stein überlässt.

Unser Stück
Diese packende Geschichte von kalten Herzen und großer Sehnsucht habe ich bearbeitet, verwandelt, sie in Konzentration auf die Hauptfiguren neu erzählt und auf zwei Sprechstimmen verteilt. Hauffs Formulierungen – zuweilen deutlich zeitgebunden und von konservativen Werten getragen – wurden als Zitate in den Text eingeflochten. Die altbekannte Geschichte erklingt im Spannungsfeld zwischen gestern und heute in bewegender Aktualität.

Cornelius Schwehr hat das Stück mit Bearbeitungen und Überschreibungen von Liedern Robert Schumanns durchmischt und verwoben; die jeweiligen Originale bleiben kenntlich und werden gleichzeitig betrachtet und interpretiert von außen, von heute aus.

Neben der kunstvoll als Märchen verpackten Kapitalismuskritik, Hauffs eigenwilligen Schilderungen vom Heimischen und vom Fremden, vom Guten und Bösen, Reichen und Armen, Herzlichen und Herzlosen – interessiert uns das zeitlose Schicksal eines jungen Mannes, der jede Chance ergreift, egal, um welchen Preis – und schwerlich glücklich werden kann.

Eine behutsame, überaus gelungene Adaption! Badische Zeitung

Acapulco gibt es nicht

Hörspiel von Susanne Fritz

Ursendung 2006 SWR 2, Baden-Baden
Redaktion: Katrin Zipse
mit Nicola Fritzen, Serpil Demirel, Nicolas Wolf, Carmen Rodriguez, Jaime Araque-Cepeda und Nestor Crespo
Text und Musikzusammenstellung: Susanne Fritz
Regie: Iris Drögekamp

Kurzbeschreibung
Hanna und Klaus sind verliebt, machen ihre erste weite Reise zusammen – in ein fremdes, verheißungsvolles Land: Mexiko.
Sie träumen von Acapulco und seinen legendären Stränden. Doch ihre Reise führt nicht unmittelbar ans begehrte Ziel…
Die Musik habe ich aus mexikanischen Liedtraditionen wie Boleros und Cancíones und aktuellen Rap- und Popsongs zusammengestellt.

HANNA: Ich zähle tote Hunde.
KLAUS: Verrückt. Die Autos machen ihnen kaum Angst. Im Gegenteil. Sie ziehen sie magisch an. Schau die beiden.
HANNA: Vielleicht halten sie sich für unsterblich. Fünf.
KLAUS: Oder sie sind ganz einfach dumm.
HANNA: Manche sehen aus, als würden sie schlafen. Ganz friedlich liegen sie auf der Seite… Wäre da nicht all dieses Blut…
KLAUS: Vielleicht machen sie sich einen Sport daraus.
HANNA: Meinst du?
KLAUS: Es gibt hier einfach zu viele. Wozu bremsen.
HANNA: Der ist kugelrund, aufgebläht wie ein Ballon… Sechs..
KLAUS kokett: Habe ich dir zuviel versprochen?
HANNA: Und der – nur noch ein Fell. Sieben… Nein, du hast mir nicht zuviel versprochen. Aber ich habe es dir nicht geglaubt.
KLAUS: Du hast mir nicht geglaubt? Aber warum?
HANNA: Es klang so unwahrscheinlich.
KLAUS: Dachtest du, ich würde Unsinn reden?
HANNA: Natürlich.
KLAUS: Du glaubst wohl nur, was du mit eigenen Augen siehst.
HANNA: Kommt ganz darauf an, ob eine Idee mir gefällt.
KLAUS: Du magst keine Hunde.
HANNA: Nein. Acht.
KLAUS: Und wenn ich einen Hund hätte? Einen großen grauen Zottelhund mit langer rosa Zunge?
HANNA: Der mit uns im Bett liegt? Mir zärtlich übers Ohr leckt, wenn ich dich küsse?
KLAUS: Ah, ich sehe schon. Wenn wir zurück sind, leg ich mir einen zu!
Sie lachen. Pause.
HANNA fasziniert: Die lebendigen Hunde tun so, als hätten sie mit den Toten nichts zu tun. Sie laufen an ihnen vorbei, sitzen neben ihnen, als existierten sie gar nicht. Als wären sie Luft. Oder aus Stein. Für sie völlig uninteressant.
KLAUS: Wahrscheinlich haben sie keine Lust, in ihre Zukunft zu schauen. Wäre doch menschlich.
HANNA: Möchtest du dein Schicksal kennen?
KLAUS charmant: Über meine Reise mit dir hinaus? Nein!
HANNA: Ich möchte schon gern wissen, was auf mich zukommt.
KLAUS: Auch, wenn du’s nicht ändern könntest? Das ist doch grausam.
HANNA: Aber ich könnte mich drauf einstellen.
KLAUS: Dich darauf einstellen. Und dann?
HANNA: Erlebe ich keine böse Überraschung…
KLAUS: Sondern nur die Tragödie, mit der du sowieso gerechnet hast?